Informationen
zur Berufswahl
Es ist verständlicherweise ein besonderes Anliegen aller Erziehungsberechtigten,
für die richtige Berufswahl ihrer Kinder soviel wie möglich Unterstützung
zu erhalten und auf alle Informationen zurückgreifen zu können.
In allen Schularten haben die informativen Einblicke der Schülerinnen
und Schüler ins Berufsleben durch Praktika ganz erheblich an Stellenwert
gewonnen. Es handelt sich hierbei um Pflichtveranstaltungen, die
von allen Schulen durchgeführt werden müssen. Die Schulen haben
hierbei große Spielräume, um im Einzelfall flexible Lösungen zu
ermöglichen. Praktikumsplätze können von den Jugendlichen mit Unterstützung
der Eltern gesucht werden. In einem Europa der offenen Grenzen ist
es selbstverständlich auch möglich, bei entsprechender Vorbereitung
Praktika im Ausland durchzuführen. Besonders gelungene sind in vielen
Fällen durch die aktive Unterstützung einzelner Eltern entstanden,
die ihre Position und ihre Erfahrung im Berufsleben einbringen konnten.
Die Berufsberatung der Arbeitsämter im Schulbereich ist sehr wichtig.
Das Arbeitsamt bietet Beratungen während der Unterrichtszeit an,
Sprechstunden im Arbeitsamt sind möglich. Auch Elternabende werden
durch das Arbeitsamt an den Schulen veranstaltet. Die Arbeitsämter
sind für neue Ideen aus dem Elternbereich aufgeschlossen. Fragen
der Intensivierung der Berufswahlbegleitung könne in der Klassenpflegschaft
und im Elternbeirat angesprochen werden. Die hierbei erarbeiteten
Vorschläge können dem Arbeitsamt direkt vorgetragen werden.
Informationen zur Arbeitsplatzwahl mit ganz konkreten Angeboten
für freie Lehrstellen werden den Schulen inzwischen regional sortiert
regelmäßig angeboten und werden auch im Schulbereich verteilt. Auch
auf das Internet als Informationsquelle soll in diesem Zusammenhang
hingewiesen werden.
Erwähnt werden muss in diesem Zusammenhang noch das Projekt Jugendberufshelfer
und die Initiative Jugendagenturen. Das Projekt Jugendberufshelfer
ist ausbildungsorientiert und beschäftigungsorientiert und hat das
Ziel, jeden jungen Menschen durch die für ihn am besten geeigneten
Maßnahmen zu motivieren, Verantwortung für seine Existenzsicherung
und Lebensplanung zu übernehmen. Es geht um eine bessere Integration
von leistungsschwächeren Schülerinnen und Schülern in den Ausbildungsmarkt
und Arbeitsmarkt. Es wird aus Mitteln des Landes und der Arbeitsverwaltung
gefördert. Maßnahmenträger ist ein Stadtkreis oder Landkreis oder
ein von diesem beauftragter Träger. Die im Projekt tätigen Personen
sollen im Einzelfall eine aktive Begleitung dieser Schüler beim
Übergang von der Schule in die Arbeitswelt sicherstellen.
Jugendagenturen in den Regionen des Landes haben u.a. die Aufgaben
lokale und regionale Bündnisse zur Ausbildungs- und Beschäftigungsförderung
zu unterstützen. Auch hierbei geht es um die Unterstützung benachteiligter
Jugendlicher durch personale Unterstützung und strukturelle Hilfen
beim Übergang von der Schule in Ausbildung und Beruf (Betriebspraktika,
Bewerbungen, Kompetenztraining).
Pressemitteilung
Nr. 19/2002 vom 01.02.2002
Acht
neue Ausbildungsberufe geschaffen
Bulmahn:
"Die Bundesregierung setzt den Modernisierungsprozess des dualen
Systems der Berufsausbildung konsequent fort"
Die Bundesregierung schafft in diesem Jahr acht neue Ausbildungsberufe.
Für zwölf weitere Berufe werde die Ausbildungsverordnung
derzeit aktualisiert, gab Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn
am Freitag in Berlin bekannt. Damit setze "die Bundesregierung
den Modernisierungsprozess des dualen Systems der Berufsausbildung
konsequent fort".
Die
neuen Regeln sollen pünktlich zum Start des neuen Ausbildungsjahrgangs
am 1. August 2002 gelten. Mit den neuen Berufen werde es auch zusätzliche
Ausbildungsplätze geben, sagte Bulmahn. Sie gehe davon aus,
dass etwa 140.000 junge Menschen in den neuen und modernisierten
Berufen ausgebildet werden.
Die
Bundesregierung könne damit eine stolze Bilanz vorlegen, sagte
Bulmahn. Seit ihrem Amtsantritt seien insgesamt 55 Ausbildungsberufe
aktualisiert und modernisiert sowie 18 Ausbildungsberufe neu geschaffen
worden.
Die
Ministerin wies darauf hin, dass "die Vorbereitungen für
einen weiteren großen Modernisierungsschub bereits angelaufen
sind". Für 2003 werde vor allem eine Neuordnung der industriellen
Metall- und Elektroberufe angestrebt, in denen derzeit rund 150.000
Jugendliche ausgebildet werden. Für das kommende Jahr steht
nach Angaben der Ministerin auch die Modernisierung zahlreicher
handwerklicher Ausbildungsberufe im Elektro- und Metallgewerbe an.
Diese sind mit gegenwärtig etwa 140.000 Auszubildenden ebenfalls
besonders stark besetzt.
In
folgenden neuen dualen Ausbildungsberufen soll ab dem 01.08.2002
ausgebildet werden können:
-
Bodenleger/-in
-
Fachkraft für Abwassertechnik
-
Fachkraft für Rohr-, Kanal- und Industrieservice
-
Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft
-
Fachkraft für Wasserversorgungstechnik
-
Fachkraft für Schutz und Sicherheit
-
Fachkraft im Fahrbetrieb
-
Maskenbildner/-in
Durch
den Bodenleger soll der neben dem bisherigen Handwerksberuf des
Parkettlegers im gewerblichen Bereich entstandene zusätzliche
Qualifikationsbedarf abgedeckt werden. Mit der Fachkraft im Fahrbetrieb
wird den strukturellen Veränderungen im Bereich des öffentlichen
Personennahverkehrs Rechnung getragen. Der neue Ausbildungsberuf
Fachkraft für Schutz und Sicherheit soll in dieser in immer
stärkerem Maße auf Professionalisierung angewiesenen
Branche die Möglichkeiten verbessern,
qualifizierte Nachwuchskräfte auszubilden. Nach dem Bühnenmaler
und -plastiker, der im Jahr 2000 als anerkannter Ausbildungsberuf
geregelt worden ist, wird mit dem Maskenbildner ein weiterer Beruf
aus dem Bereich Theater, Film und Fernsehen für die Ausbildung
im dualen System erschlossen. Dieser wurde bisher nur in Kursen
gelehrt.
Die
übrigen vier neuen Ausbildungsberufe sind größtenteils
aus dem bisherigen Beruf des Ver- und Entsorgers hervor gegangen.
Dieser erste im Jahr 1984 geschaffene Umweltberuf wird den gewachsenen
Qualifikationsanforderungen nicht mehr gerecht. Veränderte
Rahmenbedingungen aber auch ein gestiegenes Umweltbewusstsein erfordern
in der Berufsausbildung eine stärkere Spezialisierung, als
es mit den bisherigen Fachrichtungen möglich ist. Völlig
neu hinzukommen wird der Ausbildungsberuf
für die Bereiche Rohr-, Kanal- und Industrieservice.
Zum
01.08.2002 ist eine Modernisierung der Ausbildungsordnungen für
folgende Berufe geplant:
- Bauzeichner/-in
-
Feinwerkmechaniker/-in
-
Fachkraft für Veranstaltungstechnik
-
Verfahrensmechaniker/-in für Brillenoptik
-
Feinoptiker/-in
-
Industriekaufmann/-frau
-
Konditor/-in
-
Metallbauer/-in
-
Parkettleger/-in
-
Straßenwärter/-in
-
Textilreiniger/-in
-
Versicherungskaufmann/-frau
Bei
der Modernisierung von Ausbildungsberufen wird ihr Profil der veränderten
Arbeitspraxis angepasst. So wird etwa die Ausbildung zum Versicherungskaufmann/-frau
um einige Finanzdienstleistungen erweitert.
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