Informationen zur Berufswahl
[Bewerbung wird leichter] [Acht neue Ausbildungsberufe]



Informationen zur Berufswahl

Es ist verständlicherweise ein besonderes Anliegen aller Erziehungsberechtigten, für die richtige Berufswahl ihrer Kinder soviel wie möglich Unterstützung zu erhalten und auf alle Informationen zurückgreifen zu können.
In allen Schularten haben die informativen Einblicke der Schülerinnen und Schüler ins Berufsleben durch Praktika ganz erheblich an Stellenwert gewonnen. Es handelt sich hierbei um Pflichtveranstaltungen, die von allen Schulen durchgeführt werden müssen. Die Schulen haben hierbei große Spielräume, um im Einzelfall flexible Lösungen zu ermöglichen. Praktikumsplätze können von den Jugendlichen mit Unterstützung der Eltern gesucht werden. In einem Europa der offenen Grenzen ist es selbstverständlich auch möglich, bei entsprechender Vorbereitung Praktika im Ausland durchzuführen. Besonders gelungene sind in vielen Fällen durch die aktive Unterstützung einzelner Eltern entstanden, die ihre Position und ihre Erfahrung im Berufsleben einbringen konnten.

Die Berufsberatung der Arbeitsämter im Schulbereich ist sehr wichtig. Das Arbeitsamt bietet Beratungen während der Unterrichtszeit an, Sprechstunden im Arbeitsamt sind möglich. Auch Elternabende werden durch das Arbeitsamt an den Schulen veranstaltet. Die Arbeitsämter sind für neue Ideen aus dem Elternbereich aufgeschlossen. Fragen der Intensivierung der Berufswahlbegleitung könne in der Klassenpflegschaft und im Elternbeirat angesprochen werden. Die hierbei erarbeiteten Vorschläge können dem Arbeitsamt direkt vorgetragen werden.

Informationen zur Arbeitsplatzwahl mit ganz konkreten Angeboten für freie Lehrstellen werden den Schulen inzwischen regional sortiert regelmäßig angeboten und werden auch im Schulbereich verteilt. Auch auf das Internet als Informationsquelle soll in diesem Zusammenhang hingewiesen werden.

Erwähnt werden muss in diesem Zusammenhang noch das Projekt Jugendberufshelfer und die Initiative Jugendagenturen. Das Projekt Jugendberufshelfer ist ausbildungsorientiert und beschäftigungsorientiert und hat das Ziel, jeden jungen Menschen durch die für ihn am besten geeigneten Maßnahmen zu motivieren, Verantwortung für seine Existenzsicherung und Lebensplanung zu übernehmen. Es geht um eine bessere Integration von leistungsschwächeren Schülerinnen und Schülern in den Ausbildungsmarkt und Arbeitsmarkt. Es wird aus Mitteln des Landes und der Arbeitsverwaltung gefördert. Maßnahmenträger ist ein Stadtkreis oder Landkreis oder ein von diesem beauftragter Träger. Die im Projekt tätigen Personen sollen im Einzelfall eine aktive Begleitung dieser Schüler beim Übergang von der Schule in die Arbeitswelt sicherstellen.
Jugendagenturen in den Regionen des Landes haben u.a. die Aufgaben lokale und regionale Bündnisse zur Ausbildungs- und Beschäftigungsförderung zu unterstützen. Auch hierbei geht es um die Unterstützung benachteiligter Jugendlicher durch personale Unterstützung und strukturelle Hilfen beim Übergang von der Schule in Ausbildung und Beruf (Betriebspraktika, Bewerbungen, Kompetenztraining).

 


 

Pressemitteilung Nr. 19/2002 vom 01.02.2002

Acht neue Ausbildungsberufe geschaffen

Bulmahn: "Die Bundesregierung setzt den Modernisierungsprozess des dualen Systems der Berufsausbildung konsequent fort"

Die Bundesregierung schafft in diesem Jahr acht neue Ausbildungsberufe. Für zwölf weitere Berufe werde die Ausbildungsverordnung derzeit aktualisiert, gab Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn am Freitag in Berlin bekannt. Damit setze "die Bundesregierung den Modernisierungsprozess des dualen Systems der Berufsausbildung konsequent fort".

Die neuen Regeln sollen pünktlich zum Start des neuen Ausbildungsjahrgangs am 1. August 2002 gelten. Mit den neuen Berufen werde es auch zusätzliche Ausbildungsplätze geben, sagte Bulmahn. Sie gehe davon aus, dass etwa 140.000 junge Menschen in den neuen und modernisierten Berufen ausgebildet werden.

Die Bundesregierung könne damit eine stolze Bilanz vorlegen, sagte Bulmahn. Seit ihrem Amtsantritt seien insgesamt 55 Ausbildungsberufe aktualisiert und modernisiert sowie 18 Ausbildungsberufe neu geschaffen worden.

Die Ministerin wies darauf hin, dass "die Vorbereitungen für einen weiteren großen Modernisierungsschub bereits angelaufen sind". Für 2003 werde vor allem eine Neuordnung der industriellen Metall- und Elektroberufe angestrebt, in denen derzeit rund 150.000 Jugendliche ausgebildet werden. Für das kommende Jahr steht nach Angaben der Ministerin auch die Modernisierung zahlreicher handwerklicher Ausbildungsberufe im Elektro- und Metallgewerbe an. Diese sind mit gegenwärtig etwa 140.000 Auszubildenden ebenfalls besonders stark besetzt.

In folgenden neuen dualen Ausbildungsberufen soll ab dem 01.08.2002 ausgebildet werden können:

  • Bodenleger/-in
  • Fachkraft für Abwassertechnik
  • Fachkraft für Rohr-, Kanal- und Industrieservice
  • Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft
  • Fachkraft für Wasserversorgungstechnik
  • Fachkraft für Schutz und Sicherheit
  • Fachkraft im Fahrbetrieb
  • Maskenbildner/-in

Durch den Bodenleger soll der neben dem bisherigen Handwerksberuf des Parkettlegers im gewerblichen Bereich entstandene zusätzliche Qualifikationsbedarf abgedeckt werden. Mit der Fachkraft im Fahrbetrieb wird den strukturellen Veränderungen im Bereich des öffentlichen Personennahverkehrs Rechnung getragen. Der neue Ausbildungsberuf Fachkraft für Schutz und Sicherheit soll in dieser in immer stärkerem Maße auf Professionalisierung angewiesenen Branche die Möglichkeiten verbessern,
qualifizierte Nachwuchskräfte auszubilden. Nach dem Bühnenmaler und -plastiker, der im Jahr 2000 als anerkannter Ausbildungsberuf geregelt worden ist, wird mit dem Maskenbildner ein weiterer Beruf aus dem Bereich Theater, Film und Fernsehen für die Ausbildung im dualen System erschlossen. Dieser wurde bisher nur in Kursen gelehrt.

Die übrigen vier neuen Ausbildungsberufe sind größtenteils aus dem bisherigen Beruf des Ver- und Entsorgers hervor gegangen. Dieser erste im Jahr 1984 geschaffene Umweltberuf wird den gewachsenen Qualifikationsanforderungen nicht mehr gerecht. Veränderte Rahmenbedingungen aber auch ein gestiegenes Umweltbewusstsein erfordern in der Berufsausbildung eine stärkere Spezialisierung, als es mit den bisherigen Fachrichtungen möglich ist. Völlig neu hinzukommen wird der Ausbildungsberuf
für die Bereiche Rohr-, Kanal- und Industrieservice.

Zum 01.08.2002 ist eine Modernisierung der Ausbildungsordnungen für folgende Berufe geplant:

  • Bauzeichner/-in
  • Feinwerkmechaniker/-in
  • Fachkraft für Veranstaltungstechnik
  • Verfahrensmechaniker/-in für Brillenoptik
  • Feinoptiker/-in
  • Industriekaufmann/-frau
  • Konditor/-in
  • Metallbauer/-in
  • Parkettleger/-in
  • Straßenwärter/-in
  • Textilreiniger/-in
  • Versicherungskaufmann/-frau

Bei der Modernisierung von Ausbildungsberufen wird ihr Profil der veränderten Arbeitspraxis angepasst. So wird etwa die Ausbildung zum Versicherungskaufmann/-frau um einige Finanzdienstleistungen erweitert.