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Von
vielen Experten wird darauf hingewiesen, dass Kinder bereits im
Alter zwischen 3 und 6 Jahren in der Lage sind, Fremdsprachen zu
lernen. So könnte etwa im Kindergartenbereich mit entsprechend ausgebildeten
Fachkräften und einer altergemäßen Pädagogik mit dem Lernen von
Fremdsprachen begonnen werden. Es gibt tatsächlich einzelne Kindergärten,
die mit bilingualen Konzepten arbeiten. In der Rheinschiene hat
man beispielsweise mit bilingualer Gestaltung in Deutsch und Französisch
durchaus positive Ergebnisse erzielen können. Diese Ergebnisse bestätigen
die Beobachtung in Elternhäusern, die sich für eine bilinguale Erziehung
entschlossen haben.
Ein großer Schritt in die richtige Richtung ist in Baden-Württemberg
dadurch erfolgt, dass mit Beginn des Schuljahrs 2001/2002 alle Kinder
im Bildungsgang Grundschule und Förderschule Fremdsprachenunterricht
erhalten. Im Schuljahr 2001 ist der Fremdsprachenunterricht als
Pilotphase an 470 Grundschulen ab Klassenstufe eingeführt worden.
Ist mit der flächendeckenden Einführung in ganz Baden-Württemberg
ist ab Schuljahr 2003 zu rechnen. Was dieses Konzept von Konzepten
anderer Bundesländer unterscheidet, ist die Tatsache, dass der Fremdsprachenunterricht
reguläres Unterrichtsfach und damit Pflichtunterricht auf der Grundlage
von Lehrplänen in allen vier Klassenstufen der Grundschule ist.
Entsprechend musste auch die Stundentafel der Grundschule und der
Förderschule um zwei Stunden pro Klassenstufe für den Fremdsprachenunterricht
erweitert werden. In den Klassenstufen 1 und 2 gibt es lediglich
eine verbale Leistungsfeststellung ohne Noten. Dies ist kindgerechter.
Noten werden dort in den Klassenstufen 3 und 4 erteilt, allerdings
sind sie nicht versetzungserheblich. Von besonderer Bedeutung ist
auch, dass der Fremdsprachenunterricht in der Grundschule verzahnt
wird mit dem Fremdsprachenunterricht in den weiterführenden Schulen,
so dass die in den Klassenstufen 1 bis 4 erworbenen Fremdsprachenkenntnisse
einfließen in den Unterricht in den weiterführenden Schulen.
Wesentlich für frühes Fremdsprachenlernen ist, dass nicht einfach
die pädagogischen Konzepte der weiterführenden Schulen kopiert werden,
sondern pädagogische Konzepte, die auf die Möglichkeiten des Kindes
eingehen. Deshalb stehen auch im Vordergrund die mögliche Sprachkompetenz,
das Hörverstehen, die Grundlegung von Sprechlernkompetenz und Sprachbewusstsein
sowie die Sensibilisierung für Sprache insgesamt.
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