Frühkindliche Förderung

Die Weichen für Bildungs-und damit für Lebenschancen werden früh gestellt. Die Grundlagen für eine qualitativ hochwertige Bildung müssen deshalb in den frühesten Stufen der kindlichen Entwicklung angelegt werden. Neuere Erkenntnisse der Hirnforschung belegen, dass in den frühen Phasen der menschlichen Entwicklung das sogenannte Prägungslernen von großer Bedeutung ist. Genetisch vorgegebene Strukturen des Gehirns werden nur durch Nutzung ausgeprägt. Banal ausgedrückt: "Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr." Das frühkindliche Prägungslernen ist für die zukünftige Strukturierung des Wissens wie auch für die Entwicklung der Gesamtpersönlichkeit von entscheidender Bedeutung. Kinder im Vorschulalter sind besonders lern- und aufnahmefähig. Deshalb sollte die vorschulische Erziehung deutlich ausgeweitet werden. Das große Interesse an naturwissenschaftlichen und technischen Fragen muss besser genutzt werden. Kinder lernen Fremdsprachen besonders leicht, deshalb sollten sie bereits im Kindergartenalter Fremdsprachen kennen lernen. Für die Ausbildung von personalen und sozialen Kompetenzen sowie der Kreativität ist eine frühzeitige musisch-ästhetische Förderung wünschenswert (vgl. auch Förderung der Gesamtpersönlichkeit, Frühes Fremdsprachenlernen).

Die frühkindliche Erziehung beinhaltet im übrigen auch eine verstärkte Wertevermittlung nicht nur hinsichtlich Arbeitshaltungen wie Ordnung und Fleiß, sondern auch bezüglich der Einstellung zum Lernen. Die Lernbereitschaft (Motivation) und die Fähigkeit zum kontinuierlichen und selbstgesteuerten Lernen muss frühzeitig geweckt werden (vgl. Lebenslanges Lernen). Die konsequente Förderung frühkindlicher Erziehung zur optimalen Vorbereitung auf lebenslange Lernprozesse ist für die Herstellung von Chancengleichheit von zentraler Bedeutung.

Frühkindliche Förderung bedeutet jedoch keinesfalls, dass die Kinder unter Leistungsdruck gesetzt werden. Jedes Kind entwickelt sich individuell und das Lerntempo muss der kindlichen Entwicklung angepasst werden.