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Bildungspolitik
wird heute als wesentliches Element der Gesellschaftspolitik verstanden.
Je mehr Bildung in den Blickpunkt der aktuellen gesellschaftlichen
Diskussion rückt, um so mehr wird die Leistungsfähigkeit unseres
Bildungssystems kritisch hinterfragt und eine Qualitätssteigerung
gefordert. Bildung und Erziehung wird dadurch "verzweckt" und den
Interessen der verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen unterworfen.
Damit tut sich zwischen den Ansprüchen des sozialen und kulturellen
Umfeldes und den Ansprüchen der Kinder eine enorme Spannung auf.
Viele
Eltern haben sehr hohe Erwartungen an Ihre Kinder und gehen von
der Annahme aus, dass Kinder angebotenes Wissen einfach übernehmen
können. Dabei wird übersehen, dass "Leistung" eine grundlegende
Entwicklungsaufgabe eines Kindes ist. Kinder vollbringen ihre Leistungsentwicklung
selbst. In der Auseinandersetzung mit der Welt bilden sich individuelle
Verhaltens- Denk- und Gefühlmuster aus.
Neue
Ergebnisse der Hirnforschung belegen, dass Kinder nur dann möglichst
viel lernen, wenn sie möglichst viele stabile Bindungen haben. Wer
sich nicht auf sichere Bindungen verlassen kann flüchtet sich häufig
in Pseudoautonomien und bastelt sich daraus seine eigene Welt. Derartige
Defizite werden über Generationen hinweg immer tiefer weitergetragen.
Nur
durch stabile Bindungen wird das kindliche Grundbedürfnis nach Geborgenheit
gewährleistet. Der dadurch gefasste Lebensmut schafft die besten
Voraussetzungen für Leistungsvermögen und Leistungsbereitschaft.
Gefährdet ist die Entwicklung von Kindern allerdings dann, wenn
sie sich nur dank ihrer Leistungen und Erfolge von ihrem Umfeld
akzeptiert fühlen. Kinder brauchen die stets schützende von Leistungserfolgen
unabhängige Verbundenheit mit ihren Erziehern. Geduld und die ständige
Bereitschaft zum Verständigungsdialog von seiten der Erzieher schaffen
für Kinder neue Möglichkeiten und Sinnperspektiven und ermöglichen
ihnen den Weg in die Selbständigkeit (vgl. Förderung der Gesamtpersönlichkeit,
Frühkindliche Förderung).
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