Bewahrung des Wertekonsenses in unserer Gesellschaft
(Bedeutung von Religion/Philosophie/Ethik)

 

Werteerziehung

In einer Gesellschaft, die immer stärker vom Wandel betroffen ist, sind stabile Werthaltungen unbedingt erforderlich um das eigene Leben zu gestalten und die Beziehungen zu den Mitmenschen auf eine sinnvolle Basis zu stellen. Werte werden nicht abstrakt vermittelt. Ihr Erwerb hängt von Alltagserfahrungen und Vorbildern ab, die Werte vorleben. Sowohl bei konkreten Lernsituationen in Elternhaus, Kindergarten und Schule als auch bei der Gestaltung des Umfeldes bedarf es einer Kultur des "Miteinanders". Geglückte Erziehung muss zur Teilhabe und verantwortlichen Mitgestaltung des Lebens der Gesellschaft befähigen.

Erstmals haben sich im Februar 2002 die vier Bischöfe der Diözesen und Landeskirchen in einer gemeinsamen Erklärung zur aktuellen Bildungsdiskussion geäussert. Nach Ansicht der Bischöfe ist das Ziel aller Bildung die Menschwerdung des Menschen. Um dieses Bildungsziel zu erreichen müssen Kinder und Jugendliche angeleitet werden über die wesentlichen menschlichen Erfahrungen wie Endlichkeit, Freiheit, Schuld Liebe und Tod zu sprechen. "Wer in großen Dingen nicht sprachlos bleiben will, muss die tragenden Erzählungen, Mythen und Bilder seiner geschichtlichen Herkunft kennen." Nur das Vertrautsein mit den eigenen kulturellen und geschichtlichen Wurzeln erhalte der Gesellschaft ihre Zukunftsfähigkeit.

Ein wichtiges Bildungsziel ist die Begegnung mit den lebendigen Religionen. Kinder müssen an religiöse Fragestellungen als Orientierungswissen- und Hilfe herangeführt werden. Auch ist es unumgänglich sich mit Religionen im Plural auseinanderzusetzen. Die Achtung der unaufhebbaren Würde jedes einzelnen Menschen muß die Grundlage jeder verantwortlichen Pädagogik sein. Auf dieser Basis, die christlicherseits in der Gottesbeziehung des Menschen als Gottes Ebenbild gründet, ist eine Verständigung über alle kulturellen, weltanschaulichen und religiösen Standpunkte hinweg möglich.

Der Religionsunterricht ist an den öffentlichen Schulen in Baden-Württemberg ordentliches Lehrfach und somit versetzungserheblich. Er wird nach den Grundsätzen der Religionsgemeinschaften von deren Beauftragten erteilt und beaufsichtigt. (vgl: SchG§§96-100; K. u. U. 1993/411)

Die Einführung des islamischen Religionsunterrichtes ist derzeit noch in der Diskussionsphase.

Das Fach Ethik ist als Ersatzfach für Religionslehre in den Klassen 8-10 der Haupt- und Realschulen und 8-13 der Gymnasien eingeführt (vgl. K. u. U. 1994/411).